Klassik open air very british

Klassik open air very british

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Nach der guten Publikumsresonanz im Vorjahr veranstaltet die Minden Marketing GmbH (MMG) auch 2009 die Mindener Kultursommerbühne vor dem Dom. Vom 27.-30. August wird im Jubiläumsjahr unter der Überschrift „Forever friends in Europe“ ein internationales Programm aus Unterhaltung, Klassik, Kabarett, Kindermusical und mehr geboten, bei dem 2009 mit Max Raabe und Till Brönner gleich zwei Weltstars zu Gast in Minden sein werden.

Als besonderen Höhepunkt der Kultursommerbühne präsentieren die Sparkasse Minden-Lübbecke und WAGO am Freitag, den 28. August das Klassik open air Konzert, das im 250. Jahr nach der Schlacht bei Minden „very british“ ausgerichtet sein wird. Die lustvoll inszenierte Szenerie vor dem 1200-jährigen Dom wird auch im 250. Jahr nach der Schlacht den zauberhaften Rahmen für den Auftritt der Nordwestdeutschen Philharmonie bieten. Und dabei steht eine weitere Premiere auf dem Programm:  Zum 250. Minden day wird  “Mindens 1st Last night of the Proms” Wirklichkeit.

Die britische Tradition der Last night
"Wenn das Publikum von den Proms spricht", weiß der ehemalige "Times"- und "Observer"-Musikritiker und seit 1996 erfolgreiche Intendant der BBC Proms Nicholas Kenyon aus Erfahrung, "dann meint es meistens die Last Night of the Proms." Das über alle Grenzen und Rundfunkwellen bekannte Mega-Event ist zu einer Marke im globalen Festivalgeschäft geworden, für das die "promers", so Kenyon, ihr letztes Geld ausgäben, um die besten Plätze zu ergattern.
Die Kurzbezeichnung Proms steht für promenade series. Die Proms haben ihre Wurzeln dabei tatsächlich in den traditionellen, seit dem 18. Jahrhundert beliebten, ebenfalls in London entstandenen Promenadenkonzerten. Sie entwickelten sich jedoch schnell zu einem einzigartigen Musikfestival, das mit den Promenadenkonzerten allenfalls Gemeinsamkeiten in der Ausrichtung auf ein breites Publikum und einzelne Veranstaltungen mit populären Musikstücken aufweist. Auch der namentliche Bezug blieb erhalten. Die sich in der Royal Albert Hall für  Plätze direkt vor der Bühne oder auf der Galerie entscheiden, werden Promenaders (engl. Spaziergänger) oder kurz Promers genannt. Viele von ihnen besuchen die Konzerte schon seit Jahrzehnten, manche seit mehr als 40 Jahren. Einige verpassen während einer Saison kein einziges Konzert.

Konzert für die Masse ohne Kleiderordnung
Die Minden Marketing möchte mit dem Mindener Konzert die ursprüngliche Idee dieses Londoner Formates aufgreifen und auch Menschen ansprechen, die sich sonst wenig für klassische Konzerte interessieren. In England sollte damals mit einer zwangloseren Atmosphäre (Essen, Trinken und Rauchen wurden ausdrücklich erlaubt) die Leute von einem Konzertbesuch überzeugt werden. In diese Richtung soll es auch in Minden gehen. Wobei auch der Tradition der Proms entsprochen werden soll, dass traditionell keine Kleiderordnung herrscht. Die Konzertbesucher in London kommen oft direkt von der Arbeit oder an freien Tagen aus den benachbarten Kensington Gardens und sind dementsprechend angezogen: Vom Business-Anzug bis hin zu legerer Freizeitkleidung ist alles zu sehen. Selbst kurze Hosen, T-Shirts und Trainingsanzüge gehören vor allem unter den Stehplatzzuschauern in der Arena zum normalen Bild. In der Pause finden auf dem Boden der Arena sogar kleine Picknicks statt. Aufmerksamkeit erregt bei den Proms eher schon feine Abendgarderobe: Sie wird meist von Touristen getragen, die mit den Ritualen der Proms nicht vertraut sind.

Die Proms werden außerhalb von Großbritannien oft fälschlicherweise mit der berühmten Last Night of the Proms, dem jeweiligen Abschlusskonzert einer Saison, gleichgesetzt. Dadurch entsteht das Missverständnis, dass Verkleidungen, Tröten, Fähnchen und witzige Zwischenrufe auch während der übrigen Konzertsaison zu beobachten seien. Das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Annahme, das Programm der Proms bestehe ausschließlich aus leicht zugänglichen, populären Werken („Schunkelklassik“). Stattdessen gelten die Promers in der Musikwelt als außergewöhnlich leises, diszipliniertes, fachkundiges und aufgeschlossenes Publikum. Viele Konzerte der Proms bestehen außerdem aus zeitgenössischen, experimentellen oder wenig bekannten Werken der Kunstmusik.

Last night-Musikprogramm  in Minden aufgegriffen
Auch vom Musikprogramm will man in Minden nicht hinter dem Original zurückstehen. Denn das bei der „Last Night of the Proms“ in Großbritannien gespielte Programm hat Kultcharakter. So werden in Minden getreu des für die deutsch-britisch-französische Freundschaft stehenden Mottos „forever friends in Europe“ deutsche, britische und französische Komponisten das Programm prägen. Während der erste Konzertteil mehr dem „klassischen“ Rahmen eines Symphoniekonzertes entspricht, wie im übrigen auch in London,  wird der zweite Teil ganz im Zeichen der „Proms“ stehen. Wie an der Themse wird auch an der Weser in der zweiten Hälfte des Konzertes eine Reihe von patriotischen Werken aufgeführt. Dazu zählen unter anderem Hubert Parrys Vertonung von William Blakes Gedicht „Jerusalem“, Edward Elgars „Pomp and Circumstance March Nr. 1 (Land of Hope and Glory)“ und „Rule, Britannia!“. Bei den letzteren beiden Stücken ist es Tradition, dass das Publikum mitsingt und teilweise Union-Jack-Fähnchen schwingt und ebensolche Hüte trägt. Vielleicht lässt sich dabei auch in Minden, so die Hoffnung der Veranstalter, karnevalistische Fröhlichkeit mit der Feierlichkeit eines klassischen Konzerts verbinden.

Ostwestfälisches Temperament gefragt
In den letzten Jahren haben wir von vielen Seiten den Wunsch zugetragen bekommen, doch mal so etwas wie die „Last night of the Proms“ in Minden beim Klassik open air“ durchzuführen“, erläutert Dr. Jörg-Friedrich Sander, Geschäftsführer der MInden Marketing GmbH. Im Jubiläumsjahr sei es dank der Unterstützung von Sparkasse und WAGO möglich, dass diese Wünsche wahr werden und die Weserstadt mit „Minden´s 1st last night of the proms“ eine weitere Premiere im Jubiläumsjahr zu bieten hat. Das große britische Engagement im Rahmen des 250. minden day lege eine solche Ausrichtung des diesjährigen Klassik open air Konzerts  nahe, in das zudem französische und deutsche Elemente integriert seien. Man dürfe gespannt sein, ob es gelinge das ostwestfälische Temeprament zu wecken und die interaktiven Konzertteile aktiv mitbegleitet würden. 

Symphonische Uraufführung des Mindener Rosenklangs
Erstmalig wird auch der extra zum 250. Jahrestag der Schlacht bei Minden von Marcel Schweder komponierte Mindener Rosenklang zur symphonischen Aufführung gebracht. Neben den Versionen für Fanfare und Marschorchester hatte der Komponist eine symphonische Fassung erstellt, die als Welturaufführung im Rahmen des diesjährigen Klassik open air-Konzertes vor dem Dom zu Gehör kommen soll.

„Wir freuen uns sehr, dass wir als das Orchester der Region die Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der Schlacht bei Minden mit der „Last night of the proms“  mitgestalten können“ betont Christian Becker von der Nordwestdeutschen Philharmonie. Aufgrund der langjährigen Verbundenheit mit Minden habe man der Bitte der Minden Marketing GmbH gern entsprochen, dieses für Minden exklusive  Programm auf den Weg zu bringen. Besonders gespannt sei man auch auf den Mindener Rosenklang, der aktuell vom Orchester eingeübt werde.

Der Dirigent
Dirigiert wird die NWD in Minden von Charles Olivieri-Munroe, der 1969 in Kanada geboren wurde und von 2001 bis 2004 Chefdirigent des Slowakischen Rundfunk-Sinfonieorchesters Bratislava war. Von 1996 bis heute hat er die Position des Chefdirigenten des Nordtschechischen Philharmonischen Orchesters inne. Im Jahr 2000 wurde er 1. Preisträger des renommierten Dirigentenwettbewerbes beim Internationalen Prager Musikfestival, wo er auch die Preise von Supraphon, der Stadt Prag und des Tschechischen Rundfunks erhielt. Damit begann seine internationale Laufbahn  in Berlin, Toronto und in Siena. Der mehrfache Preisträger gastierte unter anderem bei so renommierten Orchestern wie dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Beethoven Orchester Bonn, der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz, der St. Petersburger Philharmonie, dem Wiener Tonkünstler-Orchester, der Prager Philharmonie, dem Lisbon Metropolitan Orchestra, dem das Toronto Symphony Orchestra und der Northern Israel Symphony in Haifa. In diesem Jahr debütierte Munroe bei der Tschechischen Philharmonie und dem Israel Philharmonic Orchestra.

Der Solist
Als Solist konnte der Bass Andreas Hörl gewonnen werden. Er studierte bei Kurt Moll an der Musikhochschule Köln. Zudem besuchte er Meisterkurse u. a. bei Mechthild Gessendorf, Franz Hawlata, Jan-Hendrik Rootering, Harald Stamm und Siegfried Schwab. Zu Andreas Hörls Opernrepertoire gehören Rollen wie „Seneca” (L'Incoronazione di Poppea), „Osmin” (Die Entführung aus dem Serail), „Figaro”, „Sarastro” (Die Zauberflöte), „Caspar” (Der Freischütz), „Daland” (Der fliegende Holländer), „Landgraf” (Tannhäuser), „Titurel” (Parsifal), „Warlaam” (Boris Godunov), „Gremin” (Eugen Onegin) und „Baron Ochs auf Lerchenau” (Rosenkavalier).
Auf dem Konzertgebiet ist Andreas Hörl insbesondere in den großen Chorwerken der geistlichen Literatur zu hören. Der Bass arbeitet neben Claudio Abbado u. a. mit Frank Beermann, Frieder Bernius, Claus Peter Flor, Ingo Metzmacher, Hans Wallat und Bruno Weil sowie dem Berliner Philharmonischen Orchester, der Cappella Coloniensis und dem NDR-Sinfonierorchester zusammen.
Rundfunk- und Fernsehaufnahmen mit dem WDR und NDR sowie CD-Produktionen runden Andreas Hörls künstlerisches Profil ab.

Die Nordwestdeutsche Philharmonie
Unverzichtbarer Bestandteil des Konzertlebens in Ostwestfalen-Lippe und attraktiver Kulturbotschafter der Region über die Grenzen Europas hinaus – diesen beiden Ansprüchen wird die Nordwestdeutsche Philharmonie in vorbildlicher Weise gerecht. 1950 zunächst als Städtebundorchester in Nordrhein-Westfalen gegründet, gibt das Orchester heute den größten Teil der jährlich 120 Konzerte im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands.
Erfolgreiche Tourneen führen die Nordwestdeutsche Philharmonie regelmäßig ins benachbarte europäische Ausland. Neben Dänemark, Österreich, Holland, Italien, Frankreich, und Spanien sorgte das Orchester auch in Japan und den USA für volle Konzertsäle.

Weitere Informationen und Tickets für die Veranstaltung bei der Minden Marketing GmbH, Domstr. 2, 32423 Minden, Telefon: 0571/8290659, Fax: 0571-8290663, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , unter www.schlacht-bei-minden.com und unter www.minden-erleben.de und beim express Ticket Service Tel.: 0571-882701.


 
PROGRAMM: »Minden’s 1. Last Night of the proms« als PDF zum Download

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