Lebendige Geschichtsdarstellungen zum 250. Jahrestag der Schlacht bei Minden

Lebendige Geschichtsdarstellungen zum 250. Jahrestag der Schlacht bei Minden

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Minden Zum 250. Jahrestag der Schlacht bei Minden versetzt die Minden Marketing GmbH (MMG) die Weserstadt in das Jahr 1759. In der oberen Altstadt und im Fort C sind historische Inszenierungen mit internationalen Darstellergruppen aus ganz Europa, sogenannten Reenactern geplant. Während der Schwerpunkt in der oberen Altstadt auf dem zivilen Leben von vor 250 Jahren liegt, wird im Fort C die Geschichte in militärhistorischen Darstellungen lebendig.

Die Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag haben das Interesse von Geschichtsfreunden im In- und Ausland geweckt. So werden allein für den militär- und zivilihistorischen Teil Darstellungsgruppen aus Italien, Frankreich, Großbritannien, Deutschland, den Niederlanden, aber auch aus Polen und Tschechien erwartet. Selbst aus den Vereinigten Staaten hat sich eine kleine Gruppe Enthusiasten angemeldet.

Die Living History- und Reenactment-Aktivitäten anlässlich des 250. Jahrestages der Schlacht bei Minden können so mit Fug und Recht sowohl quantitativ als auch qualitativ als die bisher größte Veranstaltung zum Thema "18. Jahrhundert" in Westdeutschland angesehen werden, so Udo Brühe, Koordinator der Reenactmentgruppen zum 250. Jahestag. Zwar gäbe es andere alljährlich stattfindende Veranstaltungen, die das 18. Jahrhundert zum Thema hätten, in Minden jedoch werde explizit auf ein bestimmtes geschichtliches Ereignis, nämlich die Schlacht vom 1. August 1759 Bezug genommen.

Bereits 2007 hatte die MMG bei einem militärhistorischen Biwak im Fort C Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit den Darstellergruppen gewinnen können. Ein Jahr später wurden dann unter der Überschrift „MINDENer LEBEN 1758“ historische Darstellungen des zivilen Lebens in der oberen Altstadt realisiert. Im Jubiläumsjahr sollen nun sowohl zivile, als auch militärische Geschichtsdarstellungen zu den Feierlichkeiten in der Jubiläumswoche realisiert werden.

Das dabei offensichtlich das Interesse der Mindener Bevölkerung an der eigenen Geschichte geweckt wurde, zeigen auch die gut besuchten Nähkurse im Preussenmuseum, die anlässlich des historischen Jubiläums angeboten wurden. „Offensichtlich haben viele Mindener mittlerweile selber Spaß an der lebendigen Geschichtsdarstellung gefunden“, resümiert MMG-Geschäftsführer Dr. Jörg-Friedrich Sander, „alle sind herzlich eingeladen, mit ihren selbstgeschneiderten Garderoben zum historischen Straßenbild in der Oberen Altstadt, aber auch bei den Aktivitäten in und um das Fort C herum mitzumachen“.

Obere Altstadt auf Zeitreise
Auch 250 Jahre nach der Schlacht begegnen dem Besucher rund um Martinikirche, Friedensplatz und Ritterstraße Adelige und Bauern, Händler und Bettler, Schausteller und Soldaten aus einer längst vergangenen Zeit. Besonders laut ging es auch 1759 dort zu, wo Handel getrieben wurde – die Marktfrauen und Händler rund um die Martinikirche laden ein zu einer Reise in die Vergangenheit. Für die Koordination der zivilen Reenacter engagiert sich Stephanie Hahlbohm, die bereits das Programm 2008 in historischer Gewandung mitgestaltet hat.
Zudem versetzt die Theatergruppe Narrattak mit historischem Theater die obere Altstadt in das Jahr 1759. Verwurzelt in der Commedia dell‘ Arte, verwoben mit Artistik und mit modernen Mitteln des Schauspiels haben die vier Darsteller einen ganz eigenen Aufführungsstil geschaffen. Während es im Hansehaus „Familienleben 1759“ heisst, informiert die Bückeburger Hofreitschule über das Pferd und die Reitkunst im 18. Jahrhundert. Zudem wird eine Falknerei in der Oberen Altstadt ihre Greifvögel präsentieren. Ein historischer Gottesdienst steht in der Martinikirche auf dem Programm.

Militärisches Leben im Fort C
Die 1759 an der Schlacht bei Minden beteiligten Parteien werden auch 250 Jahre später mit von der Partie sein. So lagern die französischen und britischen Truppen sowie die Angehörigen des Koalitionsheeres im Bereich des Mindener Fort C. Weitere Wiesen rund um die Festungsanlage sind der MMG von den Eigentümern zur Verfügung gestellt worden, um die Akteure unterbringen zu können. Das Lagerleben, Exerzierübungen, aber auch der Alltag der Soldaten und ihre Ausstattung werden in der Jubiläumswoche allen interessierten Gästen näher gebracht.

Szenen der Schlacht
Am 1. August 2009 liegt dann Pulverdampf in der Luft. Denn die historischen Darsteller aus ganz Europa geben 250 Jahre nach der Schlacht an der Weser durch szenische Darstellungen Einblicke in das damalige Schlachtgeschehen. Im Bereich der Kanzlers Weide werden sich die Briten mit den Soldaten des Koalitionsheeres und die Franzosen gegenüberstehen. In szenischen Aufmarsch- und Gefechtsdarstellungen unter Beteiligung von Infanterie, Artillerie und Kavallerie soll ein Eindruck vermittelt werden, wie es vor 250 Jahren bei der „Schlacht bei Minden“ zugegangen sein könnte. Dabei legen die Reenactergruppen rund um den Organisator Udo Brühe höchsten Wert auf eine historisch authentische Darstellung. Moderiert und erläutert werden die szenischen Darstellungen von Hans-Jürgen Amtage, Mindener Tageblatt/Vlothoer Anzeiger und von Carsten Reuss vom Preußenmuseum in Minden.

Für 2009 wünscht sich auch MMG-Geschäftsführer Dr. Jörg-Friedrich Sander, dass es unter dem Motto “Welcome-bienvenue-willkommen“ gelingt, viele Gäste für Minden und seine Geschichte zu interessieren. Mit dem 250. Jahrestag der Schlacht bei Minden verbinde sich die große Chance, Mindens kulturelle Identität als historische Stadt bekannter zu machen und damit nachhaltige Impulse auch für die Markenpositionierung Mindens zu geben. Mit den Reenactern um Udo Brühe und Stephanie Hahlbohm habe man Partner gewinnen können, die höchsten Wert auf eine authentische Inszenierung legten. Aus Sicht der MMG ein entscheidender Aspekt, um die historische Identität Mindens glaubwürdig und damit nachhaltig nach innen und außen darzustellen.

„Die Festungsstadt Minden ist etwas besonderes“ erläutert Udo Brühe und betont die besondere Eignung der Weserstadt für historische Inszenierungen. „Es bleibt zu hoffen, das über das Jahr 2009 hinaus die Stadt Minden dem Thema „Lebendige Geschichtsdarstellung“ gegenüber aufgeschlossen bleibt, denn die Bedingungen, die der Hobbiist hier in Minden vorfindet, sind einfach nur als ideal zu bezeichnen“.

Weitere Informationen zum Mindener Programm im Jubiläumsjahr bei der Minden Marketing GmbH, Domstr. 2, 32423 Minden, Telefon: 0571/8290659, Fax: 0571-8290663, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , unter www.schlacht-bei-minden.com und unter www.minden-erleben.de .