Andy Mokrus: "Klavierzeitreisen. Musikalische Eindrücke aus Europa für Solo-Piano"

Andy Mokrus: "Klavierzeitreisen. Musikalische Eindrücke aus Europa für Solo-Piano"

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Gemäß dem Motto des Jubiläumsjahres „Forever friends in Europe“ vermittelt der Pianist und Komponist Andy Mokrus musikalische Eindrücke aus Europa. Mit seinen „Klavierzeitreisen“ ist er in der Kirche St. Simeonis zu Gast und schlägt damit den Bogen von der Gegenwart in das Jahr 1759: St. Simeonis diente den Verwundeten der Schlacht bei Minden als Lazarett und ist damit als authentischer Ort mit dem historischen Ereignis eng verbunden.

Andy Mokrus spielt eigene Werke im Spannungsfeld von Klassik, Jazz und Folklore. Als Meister der Improvisation gelingt es ihm zugleich, Gegensätzliches miteinander zu kontrastieren und Fernliegendes miteinander zu verbinden. Andy Mokrus ist Träger des niederdeutschen Kulturpreises und mehrfacher Träger des niedersächsischen Jazzpreises.

Der Eintritt zu dieser musikalischen Veranstaltung ist frei, aber die Offene Kirche St. Simeonis freut sich über Spenden der Zuhörer.  



ANDY MOKRUS - KÜNSTLERISCHE DATEN

Kaum reichte sein Kopf über die Klaviertastatur, begann Andy Mokrus bereits alles nachzuspielen, was er hörte. Dabei war es ihm gleich ob es sich um Radioschlager oder Klavierkonzerte handelte - nur ohne Noten musste es sein. Nachdem er die in den 70er Jahren übliche klassische Klavierausbildung genießen durfte, verbrachte in den 80er Jahren - sozusagen als Ausgleich - ungezählte Nächte in Übungskellern als Jazz- und Rockpianist.
Später gewährten ihm Studienreisen Einblicke in die faszinierenden musikalischen Kulturen Afrikas, Lateinamerikas und Osteuropas. In diesen Jahren erwarb der Pianist die Fähigkeit in allen gängigen Musikstilen zu improvisieren.

Die Freude am Spiel mit musikalischen Formen und Bildern regte Andy Mokrus an, eigene Werke zu komponieren. Es sind stimmungsvolle Kompositionen, die oftmals Elemente verschiedener Kulturkreise und Musikgattungen zusammenbringen. Stilistische Begrenzungen kennt er dabei nicht:
Sein erstes Konzertprogramm entstand noch während des Studiums an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Die Kompositionen für die Jazzrockband PAIA wurden 1998 mit dem niedersächsischen Jazzpreis ausgezeichnet.

Später folgten Akustische Jazz-Projekte, solistische Klaviermusik mit klassischen Einflüssen und zwei Chansonprogramme, in denen er die niederdeutschen Texte der Schauspielerin Traute Römisch vertonte. Diese Zusammenarbeit mit Traute Römisch fand mittlerweile hochkarätige Anerkennung: Das Duo wurde mit dem niederdeutschen Kulturpreis geehrt, der den Künstlern am 17.9.06 überreicht wurde.
Eine besondere Gelegenheit, sich der Verbindung unterschiedlicher Musikgattungen zu widmen, bot Andy Mokrus die Zusammenarbeit mit klassischen Orchestern:
Eine Improvisation mit den Bamberger Symphonikern in der „Letzten Uraufführung des Jahrtausends“ (31.12.99) und die Uraufführung seines ersten Konzertes für Klavier und Orchester mit Collegium Musicum im Februar 2005.

Durch einen Kompositionsauftrag der Landeskirche Hannover entstand 2002/ 03 die Jazz Suite für einen Kirchenraum. Die aus 18 Variationssätzen bestehende Komposition für Jazzband (und wahlweise mit Chor ) vereint Jazz mit Elementen zeitgenössischer Musik und war unter anderem im August 04 auf dem Festival der europäischen Kirchenmusik in Schwäbisch Gmünd zu hören. 2005 wurden die Komposition und dazugehörige CD „Impressions En Suite“ mit dem Jazzpreis des Landes Niedersachsen ausgezeichnet. Im Rahmen eines Stipendiums des Landes Niedersachsen entstehen zur Zeit neue Werke für improvisierendes Klavier und Orchester.
Kompositionen für Piano Solo

„Es ist nicht wichtig, welche Musik du spielst, aber wie du sie spielst, mit ganzem Herzen, darauf kommt es an.“
Seitdem sich Andy Mokrus als Kind in die Musik verliebte, hat er sich diesem Satz von Louis Armstrong mit Leib und Seele verschrieben. Seine Kompositionen nehmen den Zuhörer mit auf einen Ausflug durch verschiedene Musikstile: Sie erzählen von wilden bulgarischen Volkstänzen, reisen quer durch das schottische Hochland oder entführen den Zuhörer in die Traumwelt romantischer Klänge, die an Chopin oder Satie erinnern. Ein eckiger Tango stolpert durch das Berlin Kurt Weills und ein weiteres Stück weckt Erinnerungen an einen Jazz Club der 60er Jahre.

Aus Freude am Spiel mit Klang und Rhythmus kombiniert Andy Mokrus oftmals weit voneinander entfernte Musikstile: Klassische Kompositionstechniken, impressionistische Klangfarben, Strukturen der zeitgenössischen Musik und folkloristische Elemente. Vereint mit Rhythmen aus Jazz oder lateinamerikanischer Musik erwachen sie im Konzert zum Leben. So kommt es schon mal vor, dass Mokrus verschmitzt den Blues als Fuge spielt, über ein Stück von Rachmaninoff improvisiert oder Umgebungsgeräusche wie Kirchenglocken in seine Improvisationen mit einbezieht.

Das ist zeitgenössische Klaviermusik, mal witzig, mal schräg, mal kraftvoll oder auch sehr zart. Ein ständiger Tanz auf dem Tellerrand zwischen „ernst“ und „unterhaltend“ - aber immer mit ganzem Herzen.