"Schlacht bei Minden" dominiert Stadtkalender

"Schlacht bei Minden" dominiert Stadtkalender

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Sie liegt 250 Jahre zurück, aber ihre Folgen sind bis heute  spürbar. Die „Schlacht bei Minden“ spielt in der Weltpolitik eine wichtige Rolle. Mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen werden die Ereignisse vom 1. August 1759 in diesem Jahr gefeiert – erlebnisreich, informativ und mit Botschaften zur Völkerverständigung.

Im Siebenjährigen Krieg besiegten die Alliierten vom Königreich Großbritannien, Hannover und Preußen die Verbündeten Frankreich und das Kurfürstentum Sachsen in der Schlacht bei Minden. Weil die Briten die Franzosen noch im selben Jahr im kanadischen Québec schlugen, gilt die Schlacht bei Minden als Wegbereiter des britischen Empire. Der „Minden-Day“ wird dort noch heute groß gefeiert.

Die kriegerischen Auseinandersetzungen forderten damals 9000 Menschenleben. Sie ist weltpolitisch von großer Bedeutung – und wird von Historikern als bedeutendste Schlacht des Siebenjährigen Krieges auf westlichem Gebiet bezeichnet. Der 250. Jahrestag soll Anlass sein, das Geschehen aus allen Blickwinkeln zu reflektieren.

"Wir greifen die Geschichte auf und verbinden dieses mit kulturellen Angeboten", sagt Dr. Jörg-Friedrich Sander. Er ist Geschäftsführer der Minden-Marketing (MMG), die Konzeption, Koordination und Organisation des Gesamtprojektes „250 Jahre Schlacht bei Minden“ übernommen hat.  Ausser historischen Inszenierungen und einem breiten Kulturprogramm  steht gemeinsam mit den Partnern vom Preußen-Museum, der VHS, dem Mindener Museum, dem Kommunalarchiv und dem Geschichtsverein die historisch wissenschaftliche Aufarbeitung des Themas auf dem Programm.

Ein Höhepunkt ist das mehrtägige Europäische Völkerfest rund um den 1. August 2009, das im Rahmen der Mindener Gourmetmeile mit der heimischen Gastronomie ausgestaltet werden soll . „Das Jubiläum fällt leider mitten in die Sommerferien“, sagt Sander und empfiehlt deshalb allen Mindenern in der vierten Ferienwoche vor Ort zu bleiben und Auswärtigen als Gast nach Minden zu kommen.  Unter dem Motto „Von Pulverdampf zu Rosenduft“ wird dann mit Musik, Theater und Events in Minden eine Brücke geschlagen, die nicht nur das Schlachtgeschehen aufgreift, sondern gleichzeitig Frieden und Freundschaft in Europa feiert. Die gelbe Rose symbolisiert diese Freundschaft.

Bei den Feierlichkeiten kann man unter der Überschrift „MINDENer LEBEN 1759“ Geschichte hautnah erleben. Denn zahlreiche Geschichtsdarsteller aus dem Freundeskreis Lebendige Geschichte e.V. aus ganz Europa z.T. sogar aus Übersee haben ihren Besuch in der Weserstadt angekündigt.

Historisches Markt- und Straßenleben, das Heerlager mit britischen, preußischen und französischen Soldaten, Commedia dell´ arte –Theater, eine historische Falknerei und historische Darstellungen rund um das Pferd und viele Facetten des Mindener Alltagslebens im Jahre 1759 sind 2009 zum Greifen nah. Szenische Darstellungen mit Kampf- und Lazarettszenenermöglichen Einblicke in militärgeschichtliche Hintergründe der Schlacht. Von historischem Theater bis zur Theater-Schlacht am Mindener Himmel ist in der Festwoche alles vertreten, die durch das europäische Freundschaftsfestes auf dem Marktplatz kulinarisch umrahmt wird.

Denn auch die Gourmetmeile (30. Juli bis 2. August) steht unter dem Motto „Forever Friends in Europe“, das sich auch im kulinarischen Angebot niederschlägt. „Es gibt französische, britische und deutsche Spezialitäten“, sagt Sander. Gleichzeitig lädt man zum „Minden Barbeque“ ein und: Auf dem Simeonsplatz steigt das erste große Festival der Traditionsmusik mit dem Namen „Minden-Tattoo“. Sander verspricht internationales Flair, das besonders durch die imposante Kulisse des Preußen-Museums wirken wird.

Es ist allerhand los in der Stadt. Die Schlacht wird das ganze Jahr im Veranstaltungskalender der Stadt eine Hauptrolle spielen. Vorträge, Ausstellungen und Führungen zu den Schlachtfeldern und durch die Stadt sollen das Bewusstsein der Menschen für das Geschehene schärfen. Gerade in Deutschland wird die Bedeutung der Schlacht unterschätzt. „Selbst in Minden“, sagt Sander. Das könnte sich bis Jahresende geändert haben, wenn das Konzept den gewünschten Effekt erzielt. „Es ist bunt, vielseitig und bietet für jeden Geschmack etwas“, heißt es vom MMG-Geschäftsführer, der sich auch einen gewissen Werbeeffekt für Minden und seine etablierten Angebote wie z.B. Freischießen, Gourmetmeile und Kultursommerbühne verspricht. Er sieht die Kultur als verbindendes Element zwischen Briten, Franzosen und Deutschen.

Möglich werden die Veranstaltungen durch die Unterstützung vieler namhafter Sponsoren. Besonders Bundestagsabgeordneter Steffen Kampeter hatte sich für die Feierlichkeiten stark gemacht – und sich sogar mit FDP-Chef Guido Westerwelle im Bundestag ein viel beachtetes Wortgefecht geliefert. Der Chef der Liberalen hatte die Schlacht bei Minden darin lapidar als Pipifax-Schlacht abgetan.

Die MMG hat einen Flyer herausgegeben, auf dem nahezu gesamte Programm samt kurzen Erläuterungen abgedruckt ist. Das Gesamtprogramm ist im Internet www.schlacht-bei-Minden.com zu finden. Schon am Dienstag, 3. Februar, laden VHS, Preußen-Museum und MMG zum Start der Vortragsreihe um 19.30 Uhr gemeinsam in den Ständersaal am Simeonsplatz 12 ein. Professor Dr. Bernhard Kroener spricht zum Thema „Im Windschatten eines globalen Konfliktes: Voraussetzungen und Folgen des Siebenjährigen Krieges in Europa“. Der Experte wird die Auswirkungen der Schlacht für die Gegenwart und Zukunft erläutern.

"Nach der Schlacht bei Minden: Frankreich und Europa vom Siebenjährigen Krieg bis zur Französischen Revolution", heißt ein weiterer Vortrag, der an gleicher Stätte am Dienstag, 17. Februar,  um 19.30 Uhr, von Dr. Sven Externbrink gehalten wird. Der Dozent ist  ausgewiesener Kenner der Geschichte des Siebenjährigen Krieges, ist Dozent an der Universität Marburg und am Deutschen Historischen Institut in Rom tätig und: „Diese Vorträge machen sicher mächtig Appetit auf die kommenden Veranstaltungen“, sagt Sander.

Die Publikationen der Minden Marketing GmbH sind unentgeltlich erhältlich  in der Tourist Information, Domstrasse 2, 32423 Minden, Tel.0571-8290659, Fax: 0571-8290663, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.