Max Raabe und das Palastorchester

Max Raabe und das Palastorchester

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Sein Augenbrauen-Zucken ist sagenhaft, sein hintersinniges Lächeln und die todernste Miene. Max Raabe ist wie aus der Schlagerwelt der 20er und 30er Jahre entsprungen. Sein Flehen um Aufmerksamkeit „Kein Schwein ruft mich an“ ist schon lange erhört, der Entertainer tourte zuletzt durch China.

Aus der Zeit des „Kleinen Grünen Kaktus“ und begleitet von seinem langjährigen Freund und Pianisten singt Max Raabe Schlager und Couplets, Lieder von Friedrich Hollaender, Willy Rosen, Rudolf Nelson und Co, die nur so vor frivol-hintersinnigen Doppeldeutigkeiten strotzen. Max Raabe und Christoph Israel sind auch die Schöpfer vom wundersam erkenntnisreichen „Klonen kann sich lohnen“, das wie andere Eigenkompositionen ein wichtiger und sich harmonisch einfügender Part des Programms geworden ist.

"Deutschland hat einen neuen Helden - Max Raabe ... Wenn irgendwer New York erobert, dann war es Max Raabe ... Raabe, Bariton aus Lünen, lehnte am Flügel, ging zwei Schritte, sang, ging zurück, lehnte wieder am Flügel, verdammt cool und lässig, ganz und gar Star. Er sang seine Lieder aus der Weimarer Zeit, Lieder von Kurt Schwabach und Robert Stolz, und sein Palastorchester liebte die New Yorker Nacht von Minute zu Minute mehr. Raabe lehnte einfach nur da, wackelte nicht, wippte nicht, blinzelte nicht, seine Stimme war gewaltig, aber noch gewaltiger war seine Körperbeherrschung. Musik, erzählt er, sei ja immer aufs Engste mit Schicksal und persönlichen Tragödien verbunden gewesen. Und dann machte Raabe eine Kunstpause, guckte hinab auf New York und fragte: "Who cares?"